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The Sustainability of Hatred
(Die Nachhaltigkeit des Hasses)

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Meine künstlerische Arbeit beginnt mit der Visualisierung von Individuen und Gemeinschaften, die durch Isolation und gesellschaftliche Abschottung geprägt werden. Wie verändert sich ein Mensch unter dem Einfluss von Gesellschaft, Staat, Ideologie und Geschichte? Und wie werden Grenzen, die über lange Zeit bestehen, zu einem festen Bestandteil von Kultur und Identität? Diesen Fragen gehe ich seit Jahren in unterschiedlichen Medien nach.

Die Nachhaltigkeit des Hasses setzt sich mit der südkoreanischen Gesellschaft auseinander, die bis heute von der Teilung der koreanischen Halbinsel geprägt ist. Der Koreakrieg kam 1953 mit dem Waffenstillstand zum Stillstand, doch er ist bis heute nicht wirklich beendet. Die ideologische Grenze, die durch den Krieg entstanden ist, wirkt bis heute in das Leben der Menschen hinein. Zwei Gesellschaften, die einst dieselbe Sprache und Kultur teilten, entwickelten sich über mehr als siebzig Jahre unter grundlegend unterschiedlichen politischen Systemen auseinander. Die eine wurde zur Sicherung ihres politischen Systems zunehmend abgeschottet, während die andere durch wirtschaftliches Wachstum und Globalisierung einen tiefgreifenden Wandel erlebte. So entstanden zwei völlig unterschiedliche Gesellschaften mit eigenen Kulturen und Wertvorstellungen. Dennoch bestehen die Feindbilder und Spannungen, die aus der Teilung hervorgegangen sind, bis heute fort.

Eine der deutlichsten Spuren dieser Geschichte zeigt sich in der südkoreanischen Wehrpflicht. Die meisten südkoreanischen Männer leisten ihren Militärdienst im Alter von etwa zwanzig Jahren. Die Personen auf den Fotografien zeigen ein und denselben Menschen. Auf einem Bild trägt er zivile Kleidung, auf einem anderen eine Militäruniform. Das Gesicht bleibt unverändert, doch Blick, Körperhaltung und die gesellschaftliche Bedeutung des Körpers verändern sich. Durch diese feinen Unterschiede untersuche ich, welche Spuren Staat und Ideologie in der Identität des Einzelnen hinterlassen.

Die Klanginstallation verbindet nordkoreanische Propagandalieder mit südkoreanischem K-Pop. Entstanden in zwei völlig unterschiedlichen politischen Systemen, stehen diese beiden Musikformen sinnbildlich für die auseinandergewachsenen Gesellschaften der koreanischen Halbinsel. Während Musik auf der einen Seite weiterhin als Instrument ideologischer Mobilisierung dient, hat sie sich auf der anderen Seite zu einer globalen Kulturindustrie entwickelt. Wenn beide Klangwelten im selben Raum aufeinandertreffen, machen sie die unsichtbare Grenze und die kollektiven Identitäten erfahrbar, die auf beiden Seiten entstanden sind.

Die in der Ausstellung gezeigte Pistole ist vollständig mit zahllosen Aufklebern überzogen und ihrer ursprünglichen Funktion beraubt. Erhalten bleibt lediglich ihre unverwechselbare Silhouette. Sie ist nicht länger nur eine Waffe, sondern ein Symbol für Hass und Ideologien, die über lange Zeit reproduziert und weitergetragen wurden. Ihre Oberfläche verändert sich, ihre Funktion verschwindet, doch ihre Form bleibt bestehen. Mit dem Hass verhält es sich ähnlich. Gesellschaften verändern sich und die Geschichte schreitet voran, doch die Gefühle und Erinnerungen, die durch überholte Ideologien entstanden sind, werden immer wieder in neuer Gestalt hervorgebracht.

Diese Arbeit versteht sich nicht als Kritik an einem bestimmten Staat oder politischen System. Vielmehr stellt sie die Frage, welche Spuren Teilung und Ideologie im Leben des Einzelnen und im kulturellen Gedächtnis hinterlassen und wie sich historische Erfahrungen über Generationen hinweg in einer kollektiven Identität einschreiben.

Grenzen existieren nicht nur auf Landkarten. Sie leben bis heute in unseren Körpern, unseren Erinnerungen, unserer Kultur und unserem Alltag fort.

© moon shin ki

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